Hatay Stadt der Toleranz


Hatay

Hatay wartet mit einem schier unerschöpflichen historischen Schatz und einem Zentrum der Zivilisation auf.

 

Belege der frühesten Siedlungen gehen auf das Epipaläolithikum (40.000 bis 9.000 v. Chr.) zurück und wurden in den Höhlen von Samandağ-Çevlik, AntakyaŞenköy und Yayladağ-Üçağızlı gefunden. Ab 9.000 v. Chr. wurde Hatay nacheinander von den Akkadern, den Hurritern, den Hethitern, den Assyrern, den Persern, den Makedonen, den Römern, den Arabern, den Byzantinern, den Seldschuken, den Kreuzrittern, den Mamluken und den Osmanen beherrscht.

Hatay/ İskenderun

Hatay/ İskenderun/ Arsus

Hatay / Antakya / Habib-i Neccar Mosque

Antakya (Hatay), die biblische Stadt Antiochien, liegt an den Ufern des Flusses Asi (Orontes), in einer fruchtbaren Ebene, die von großen Bergen umgeben ist. Die einstige Hauptstadt der Seldschuken- Könige war für ihren Wohlstand und Luxus bekannt. Im siebten Jahrhundert war Antiochien neben Rom, Alexandria, Jerusalem und İstanbul (Konstantinopel) eines der fünf patriarchalischen Zentren der christlichen Kirche. In der Römerzeit blühte die Stadt durch Handel und Kultur weiter auf. Sie spielte eine wichtige Rolle für das frühe Christentum, zumal dort auch die Bezeichnung „Christen“ geprägt wurde.

Eine Höhle, die heute als St.- Petrus-Grotte oder St.-Petrus-Kirche bekannt ist, gilt als jener Ort, an dem der Apostel Petrus predigte, als er Antiochien besuchte; das Gebäude gilt als eines der ersten christlichen Gotteshäuser. Diese Höhlenkirche, die sich auf der Straße von Antakya nach Reyhanlı befindet, gilt in der christlichen Welt als ebenso heilig wie die Städte Rom und Jerusalem. Sie ist das einzige Gebäude, das die früheste Epoche des Christentums überlebt hat, als sich der neue Glaube zu verbreiten begann. Im Jahr 1963 erklärte das Pontifikat den Ort zur Pilgerstätte und kannte ihn als weltweit erste Kathedrale an. Jedes Jahr am 29. Juni wird in der St.-Petrus-Kirche ein besonderer Gottesdienst abgehalten, der von Christen und Geistlichen aus allen Teilen der Welt besucht wird.

Hatay / Antakya / Cave Church of Saint Peter

Hatay / Antakya / Aziz Pavlus Orthodox Church

Hatay / Antakya / Aziz Pavlus Orthodox Church

Abgesehen von dieser alten Kirche ist Antakya auch die Heimat einer katholischen und einer griechischorthodoxen Kirche sowie eines Archäologiemuseums (auch bekannt als Mosaikmuseum), das eine der größten Sammlungen antiker Mosaike der Welt beherbergt. In Antakya findet man auch einige historisch bedeutsame Beispiele für die Architektur der Osmanenzeit, wie etwa die Moschee von Habib-ün Neccar

Das sieben Kilometer von Antakya entfernte Harbiye (Daphne) ist ein beliebtes Ziel für Ausflüge und Picknicke – ein echtes Paradies mit viel Grün und reichlichem Wasser. Einer Legende zufolge ist dies der Ort, an dem Apollon die wunderschöne Nymphe Daphne erblickte und sich sofort in sie verliebte. Als er versuchte, sich ihr zu nähern, floh sie und Apollon folgte ihr. Als sie erkannte, dass es keinen Ausweg gab, betete sie zur Mutter Erde und bat um Schutz, woraufhin sie genau in dem Augenblick, als Apollon nach ihr griff, in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde.

Hatay / Samandağ / Beşikli Cave

Hatay / Bakras Castle

Hatay / St. Siemon Monastery

Daraufhin wurde zur Auszeichnung großartiger Leistungen in der Dichtkunst und militärischer Tapferkeit ein Lorbeerkranz verliehen. Man sagt, Daphnes Tränen würden noch immer die Wasserfälle von Harbiye hinunterfließen. Das türkische Wort für Lorbeer lautet Defne, dessen Ursprung auf den Namen der Nymphe zurückgeht. Die ätherischen Öle dieses Baums werden zur Herstellung der berühmten Lorbeerseife (Defne sabunu) verwendet, die vollständig natürlich ist und als gesundheitsfördernd gepriesen wird.

Eine weitere antike Stadt in Hatay ist Alexandretta (İskenderun). Der Grundstein für diese Stadt wurde im Jahr 333 v. Chr. gelegt, nachdem Alexander der Große, der König der Makedonen, den Perserkönig Darius III. bei Issos besiegt hatte. Heute ist es ein modernes Gebiet, das sich entlang der schmalen Küste eines Golfs gleichen Namens erstreckt und im Bogen der Ausläufer des Amanosgebirges liegt, das sich unmittelbar dahinter wie eine Mauer erhebt. Dieses Tourismuszentrum, in dem es das ganze Jahr über grün und warm ist, verfügt auch über einen geschäftigen Handelshafen

Hatay / St. Siemon Monastery

Hatay / Altınözü / Olive harvesting

Hatay / Antakya / Harbiye

Arsuz zählt mit seinem einladenden Meer und seinen Sandstränden zu den bedeutsamsten Ferienorten dieser Region und ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert. Weitere historische Stätten, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, sind der Säulenhafen (Sütunlu Liman), der Frankenhafen (Frank Limanı), die Ruinenburg (Şato Kalıntısı) sowie die Burgen Şalen (Şalen Kalesi), Sarıseki (Sarıseki Kalesi) und Bakras (Bakras Kalesi), die einst eine bedeutsame Festung zur Kontrolle der Karawanenrouten nach und aus Arabien war und in ihrem Inneren eine Kirche beherbergt.

Zu den Sehenswürdigkeiten dieser Region zählt auch der Jonaspfeiler (Yunus Sütunu). Manche glauben, dass der Ort, an dem der Prophet Jona aus dem Bauch des großen Fisches befreit wurde, mit dem Jonaspfeiler gekennzeichnet wurde, der auch als Teil des Stadttors der antiken Stadt Kilikien fungierte.

Hatay / Samandağ / Titus Tunnel

Hatay / Antakya / Castle

Hatay / Cuisine / Stuffed meatballs

Samandağ ist ein bedeutsamer Seehafen, der ursprünglich von den Seldschuken im Jahr 310 v. Chr. als Seleucia Pieria gegründet wurde; allerdings gibt es in Çevlik auch Belege für Siedlungen aus dem Epipaläolithikum. In der Antike war dies der Hafen der damaligen Hauptstadt Antiochien, von wo aus der Heilige Petrus seine erste Reise nach Tarsus antrat. Dort können die Überreste eines dorischen Tempels besichtigt werden. Während der Römerzeit wurde die Stadt als Flottenstützpunkt genutzt. Der antike Hafen befand sich an der Mündung des Flusses Asi, der ständig drohte, den Hafen mit dem Alluvium aus dem Gebirge aufzufüllen. Um dies zu verhindern, ließ der Römische Kaiser Vespasian im ersten Jahrhundert n. Chr. den Vespasian-Titus-Tunnel errichten (ein 1.330 Meter langer bedeckter Kanal). In den Kalksteinfelsen in der Nähe des Tunnels wurden zwölf Felsengräber angelegt, die auf die Römerzeit zurückgehen. Das größte und bekannteste davon ist als Beşikli-Höhle bekannt. Das Kloster des Symeon Stylites des Jüngeren, das sich auf dem höchsten Punkt von Samandağ erhebt, ist ein Zufluchtsort für Styliten aus dem fünften Jahrhundert – eine Art Anachoretenwohnung auf Säulen. Sein Gründer, Symeon Stylites der Jüngere, schloss sich selbst drei Jahre lang in einer Zelle außerhalb der Stadt ein, nachdem er seine religiösen Studien in einem Kloster abgeschlossen hatte.

Später kletterte er auf einen Berg in der Nähe der Stadt und verbrachte viele Jahre auf der Spitze einer aus Naturstein gehauenen Säule. Im Volksmund heißt es, die Säule wäre mit jeder Sitzung größer geworden und hätte eine Höhe von bis zu 13 Metern erreicht. Als sich Symeons Geduld, Glaube und Durchhaltevermögen in der christlichen Welt herumgesprochen hatten, strömten an Krankheiten oder körperlichen Gebrechen leidende Menschen in Scharen an diesen Ort, da sie glaubten, er hätte die Kraft sie zu heilen. Das Dorf Vakıflı, das sich an den Hängen des Berges Musa im Bezirk Samandağ in Hatay befindet, wird vorwiegend von Armeniern bewohnt und unterhält gute Beziehungen zu den benachbarten Dörfern. Die kulturelle Vielfalt trägt immer mehr zur Farbenpracht dieser Region bei. Eine kulinarische Spezialität von Hatay sind kostbare Garnelen. Gourmets sollten sich das warme Dessert Künefe keinesfalls entgehen lassen; es besteht aus gesüßtem, Weizengebäck (Kadayıf, der mit Schmelzkäse angereichert wird, sowie aus Humus, einer Vorspeise aus pürierten Kichererbsen, Knoblauch und Paprika. Hier können Sie auch schöne Souvenirs kaufen, wie etwa handgeschnitzte Holztische und -stühle oder andere Gegenstände aus Holz

Hatay / Antakya Museum

Hatay / Antakya Museum

Hatay / Antakya Museum / Şuppiluliuma