Ankara Die pulsierende Hauptstadt der Türkei


Die pulsierende Hauptstadt der Türkei

 

Ankara ist das politische und administrative Zentrum der Türkei, und hier wurde die türkische Republik gegründet.

 

Ankara liegt in Zentralanatolien am Ostrand der Anatolischen Hochebene auf einer Höhe von 850 m. Die raue Steppenlandschaft der Hochebene mit ihren gelben Weizenfeldern und jungen Vulkanen hat eine jahrtausendealte, bewegte Geschichte.

Ankara / Aerial View

Ankara / Mausoleum of Ataturk (Aerial View)

Ankara / Gençlik Park

Ankara / Aerial View

Ankara / Eymir Lake

Ankara

Ankara liegt in Zentralanatolien am Ostrand der Anatolischen Hochebene auf einer Höhe von 850 m. Die raue Steppenlandschaft der Hochebene mit ihren gelben Weizenfeldern und jungen Vulkanen hat eine jahrtausendealte, bewegte Geschichte. Wegen ihrer zentralen Lage war die Region ein Knotenpunkt der historischen Handelsrouten und ein Durchzugsgebiet vieler Völker. In Zentralanatolien entstand das Reich der Hethiter, das in der Antike zu den Grossmächten gehörte. Besonders bemerkenswert an der Hethitischen Zivilisation waren der Aufbau ihres Staates und ihre Achtung der Menschenrechte. Durch die ganze Geschichte hindurch kämpften immer wieder mächtige Armeen um die Herrschaft über Ankara. In der römischen Zeit war die Stadt ein bedeutendes Kultur-, Handels- und Kunstzentrum, und in der osmanischen Zeit ein wichtiges Handelszentrum auf der nach Osten führenden Karawanenroute. Doch im 19. Jahrhundert hatte sie an Bedeutung verloren. Dies änderte sich, nachdem Mustafa Kemal Atatürk Ankara zur Basis des Türkischen Befreiungskriegs gemacht hatte. Wegen ihrer strategischen Lage und der Rolle, die sie im Krieg gespielt hatte, wurde die Stadt am 13.

Oktober 1923 zur Hauptstadt der neuen Republik Türkei erklärt. Ankara, das davor nur noch für seine Kaninchen, Katzen und Ziegen bekannt gewesen war, wurde zum geographischen, politischen und administrativen Zentrum der Türkei. Die Regierungsstellen und ausländischen Botschaften wurden von İstanbul nach Ankara verlegt. Dies hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das Stadtbild, denn was einst eine antike anatolische Stadt war, musste sehr schnell den neuen Bedingungen angepasst werden, was sehr gut gelang. Die zuvor mittelgrosse Stadt der Handwerker und kleinen Kaufleute wurde nun zur Hauptstadt des Landes, die Politiker, Regierungsbeamte und Diplomaten beherbergte. Die ersten Bauten des neuen Ankara waren das Ethnographische Museum und das Staatliche Kunst- und Skulpturenmuseum. Inzwischen sind weitere Gebäude hinzugekommen, zum Beispiel zahlreiche Wolkenkratzer, grosse Einkaufszentren, Fünf-Sterne- Hotels und verschiedene Hauptsitze von Banken.

Ankara / Mogan Lake

Ankara / Karagöl

Ankara / Kızılcahamam County

Ankara / Beypazarı

Ankara / Hamamönü

Reise Durch Die Geschichte Ankaras

Darüber hinaus führte die antike Königsstrasse hier entlang, die eine der wichtigsten Routen in der Antike war und Sardis, die Hauptstadt des Königreichs Lydien, mit Susa in Mesopotamien verband. Während der Zeit der Phryger, Galater, Römer und Byzantiner war Ankara ununterbrochen besiedelt. Einer ihrer berühmtesten Gäste war Alexander der Grosse. Gemäss einer der berühmtesten Erzählungen über ihn soll er hier mit seinem Schwert den Gordischen Knoten durchschlagen haben. Denn wer dies schaffte, so hiess es, würde bald über die ganze Welt herrschen. Während des Osmanischen Reiches wurde die Stadt für ihre Angora-Ziegen und die Wolle bekannt, die sie lieferten. Darüber hinaus wurde sie dank ihrer Lage an der Seidenstrasse zu einem der wichtigsten Handelszentren des Reiches. Mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches erlebte sie zwar ebenfalls einen Rückschritt, gewann aber mit der Gründung der türkischen Republik wieder an Bedeutung und entwickelte sich als neue Hauptstadt schnell zur zweitgrössten Metropole der Türkei. Der Stadtteil Ulus bietet die beste Möglichkeit in Ankara, sich auf die Spuren vergangener Zivilisationen zu begeben. Hier fanden die alten Phryger den Anker, nach dem die Stadt benannt ist, und hier war in der römischen Zeit das mit Bauwerken geschmückte Zentrum der Stadt. Unter den Osmanen konzentrierten sich hier die Handelsaktivitäten sowie die wichtigsten Handelsgebäude. Auch die Wandlung von der osmanischen Stadt zur Hauptstadt der Republik wird hier sichtbar.

Wer Ankara kennenlernen möchte, beginnt daher mit der Besichtigung am besten in Ulus. Als erstes sollten Sie die Zitadelle von Ankara besuchen, in der Spuren aller Kulturen zu finden sind, die in der Stadtgeschichte eine Rolle gespielt haben. Die Zitadelle dominiert das Stadtbild, denn sie wurde auf der grössten Erhebung mitten in der Ebene von Ankara erbaut. Sie wurde von allen Völkern genutzt, die hier herrschten. Die Inschriften an den Wänden zeugen von der Geschichte dieser Anlage. Die Zitadellengebäude, von denen einige aus dem 17. Jahrhundert stammen, sowie die Alaaddin-Moschee, der älteste Sakralbau in Ankara, der noch zur Religionsausübung genutzt wird, sind für Besucher geöffnet. Von der Stadtmauer hat man einen atemberaubenden Panoramablick über Ankara, wie ihn einst auch die Wachposten der Stadt hatten. Samanpazarı im Stadtteil Ulus kann zusammen mit der Zitadelle, den Karawansereien und alten Gebäuden als Freiluftmuseum betrachtet werden. Hier gibt es auch viele Antiquitätenläden, Souvenirgeschäfte und Museen. Einige Läden befinden sich in alten Häusern aus der osmanischen Zeit, wurden restauriert und für die neue Funktion hergerichtet; aus anderen wurden Restaurants und Cafés. In Samanpazarı sollten Sie das Museum für Anatolische Zivilisationen besuchen, das wohl eines der bemerkenswertesten Museen der Welt ist. Es ist in zwei restaurierten osmanischen Gebäuden untergebracht: der 600 Jahre alten Kurşunlu-Karawanserei und dem Mahmut-Paşa-Bedesten, einem überdachten und befestigten Basar zur sicheren Aufbewahrung wertvoller Waren. Ein Besuch in diesem Museum ist der beste Weg, den Glanz und den Reichtum der anatolischen Geschichte die bis ins 7. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht, kennenzulernen.

Ankara liegt am Kreuzungspunkt der Routen von Ost nach West und von Nord nach Süd. Deshalb waren die Bedeutung und der Einfluss der Stadt bereits in der frühen Zeit der assyrischen Handelskolonien gross.

Ankara / State Museum of Painting and Sculpture

Ankara / Museum of Anatolian Civilizations

Ankara / Museum of Anatolian Civilizations

Ankara / First Parliament Building of Turkey

Ankara / Atatürk House Museum

Die Hacı Bayram Moschee ist eine beliebte Sehenswürdigkeit, die Sie nicht verpassen sollten

Der Augustus-Tempel, die Juliansäule und die Hacı-Bayram-Moschee sind weitere beliebte Sehenswürdigkeiten in Ulus, die Sie auf Ihrem Besuch nicht auslassen sollten. Der Tempel wurde im Jahre 10 n. Chr. im Auftrag des Galater- Königs Pylamenes zu Ehren des Kaisers Augustus errichtet und im 2. Jahrhundert von den Römern umgebaut. Heute ist er wegen der in lateinischer und griechischer Sprache verfassten Inschrift «Monumentum Ancyranum» bekannt, die einzige fast vollständig erhaltene schriftliche Ausfertigung des Rechenschaftsberichtes des Kaisers Augustus. Im 5. Jahrhundert wurde der Tempel von den Byzantinern zu einer Kirche umgewidmet. Die 15 m hohe Juliansäule wurde im Jahre 362 n. Chr. höchstwahrscheinlich zur Erinnerung an den Besuch des römischen Kaisers Julian des Apostaten errichtet. Ihr Kapitell ist mit einem typischen Blattmotiv verziert. Die Hacı-Bayram- Moschee neben dem Augustus-Tempel wurde im frühen 15. Jahrhundert im Seldschuken-Stil errichtet und im 16. Jahrhundert von Baumeister Sinan restauriert. Im 18. Jahrhundert erhielt sie Kachelverzierungen. Das Viertel Hamamönü liegt in einem der ältesten Stadtteile Ankaras und erfreut sich nach dem Abschluss verschiedener Restaurierungsprojekte bei einheimischen und internationalen Touristen einer grossen Beliebtheit.

Es lässt den städtebaulichen und architektonischen Stil der Osmanen und der ersten Jahre nach der Gründung der Republik erkennen. Ebenfalls zu erwähnen sind der Karacabey-Hamam, dem das Viertel seinen Namen verdankt, sowie die Taceddin-Sultan- und die Hacı-Musa- Moschee. In den Restaurants, Cafés und Konditoreien des Hamamönü-Viertels können Sie unterschiedliche Arten von Speisen aus den regionalen Küchen der Türkei in einem historischen Ambiente kennenlernen. Das bedeutendste Bauwerk Ankaras ist zweifellos die Ruhestätte von Mustafa Kemal Atatürk, dem Begründer der modernen Türkei. Das zwischen 1944 und 1953 erbaute Mausoleum ist ein beeindruckendes, in dunklen Tönen gehaltenes Gebäude im neoklassizistischen Stil, vor dem sich eine weite Esplanade erstreckt. Zum Mausoleum, das auf Türkisch Anıtkabir heisst, führt ein prachtvoller, mit Löwenskulpturen gesäumter Weg. Das Mausoleum ist ein passendes Denkmal für Atatürk, der die Türkei in die Moderne führte. In einem Museum im Inneren der Anlage können Sie eine Wachsfigur Atatürks sowie Schriftstücke, Briefe und persönliche Gegenstände von ihm besichtigen. Darüber hinaus werden Fotos ausgestellt, die die wichtigsten Momente aus seinem Leben und aus der Gründungszeit der Republik zeigen.

Das wichtigste Wahrzeichen Ankaras ist zweifellos die ewige Ruhestätte Mustafa Kemal Atatürks, der Gründer der modernen Türkei.

Ankara / Mausoleum of Ataturk

Ankara / Mausoleum of Ataturk

Ankara / Grand National Assembly of Turkey

Ankara / Grand National Assembly of Turkey

Ankara / Nallıhan County

Kunst und Kultur

Ankara ist ein kulturelles Zentrum, in dem Oper, Ballett, Jazz und Moderner Tanz einen festen Platz haben. Auch das renommierte Präsidentielle Symphonieorchester ist in Ankara ansässig. Auf den Theaterbühnen der Stadt werden ambitionierte Produktionen gezeigt. Neben dem Kunstmuseum im Atatürk-Kulturzentrum gibt es in Ankara zahlreiche öffentliche und private Galerien. Die Stadt besitzt etliche Kinos, in denen türkische und ausländische Filme gezeigt werden. Darüber hinaus finden das ganze Jahr über Filmfestivals zu verschiedenen Themen statt, allen voran die International Film Days (Internationale Filmtage) im März. Beim jährlichen International Arts and Music Festival (Internationales Kunst- und Musikfestival) im April und Mai treten hervorragende Musiker aus dem In- und Ausland auf.

Ein weiteres grosses Event ist das Children's Festival (Kinderfest) am 23. April, an dem Kinder aus aller Welt teilnehmen. Im Frühjahr oder. Sommer finden das International Cartoon Film Festival (Internationales Zeichentrickfilm-Festival) und die Asian-European Arts Biennial (Asiatisch-europäische Kunstbiennale) statt. Ankara eignet sich hervorragend für Tagungen und Konferenzen, da die Anreise aus dem In- und Ausland sehr einfach ist und die Infrastruktur sowie das Verkehrssystem der Stadt sehr gut ausgebaut sind. Die Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote sind weitere Pluspunkte. Viele Hotels, Ferien- Resorts, Universitäten und öffentliche Gebäude sind nach gängigen Standards eingerichtet und für Veranstaltungen unterschiedlicher Art geeignet.

Ankara / Shopping Mall (AVM)

Ankara / Subway Station

Ankara / Hacı Bayram Mosque

Ankara / Sakarya Martyrs Memorial (Polatlı)

Der größte Grabhügel in Gordion wird König Midas zugeschrieben

Ankara / Tumulus of Gordion (Polatlı)

Umgebung Von Ankara

Der Ort, an dem Überreste der antiken Stadt Gordion gefunden wurden, ist eine der bedeutendsten phrygischen Stätten in Anatolien. Er liegt etwa 90 km südwestlich von Ankara im Dorf Yassıhöyük bei Polatlı. Etwa um 3000 v. Chr. erfolgte die erste Besiedlung. Hier wurden Spuren verschiedener Siedlungsperioden gefunden: Hethiter, Phryger, Perser und Römer. Der Legende nach war es der phrygische König Gordias, der Gordion im 8. Jahrhundert v. Chr. zum ersten Mal zur Hauptstadt machte. Die damaligen Einwohner Gordions bestatteten ihre Toten in Grabtumuli, von denen 80 in einem Tal östlich von Yassıhöyük verteilt zu finden sind. Die unterschiedlich grossen Tumuli wurden ursprünglich aus Holz gebaut und mit einer dicken Schicht Erde bedeckt. Man nimmt an, dass der grösste Tumulus in Gordion das Grab des König Midas ist. Mit einem Durchmesser von 300 m und einer Höhe von 55 m ist er der zweitgrösste Grabhügel in Anatolien. In der von vier Seiten verschlossenen Grabkammer aus Holz fand man ein männliches Skelett, Holztafeln, grosse Kessel, Bronzegefässe unterschiedlicher Grösse und Fibeln (Kleidernadeln), die neben dem Kopf des Skeletts lagen. Die meisten der Fundstücke aus den Grabungen in Gordion sind im Museum für Anatolische Zivilisationen und im Gordion-Museum ausgestellt. Nach der berühmten gordischen Legende riet ein Orakel den Phrygern, die auf der Suche nach einem neuen König waren, den ersten Menschen, der auf einem Ochsenkarren in ihre Stadt käme, zu ihrem neuen Herrscher zu machen. Dieser Mensch war Gordias, dessen Ochsenkarren bald darauf mit einem Efeuknoten an einer Säule festgebunden wurde. Um den Ochsenkarren rankt sich eine weitere Legende. Es hiess, dass derjenige, der den Knoten lösen könne, eines Tages über Asien herrschen werde. Im Jahre 334 v. Chr. kam der makedonische König Alexander der Grosse nach Gordion, um den Knoten zu lösen. Da es ihm zunächst misslang, durchschlug der ungestüme König den Knoten mit seinem Schwert. Bald darauf machte er sich daran, die Prophezeiung zu erfüllen, indem er weite Teile Asiens eroberte. Als er bereits mit 33 Jahren starb, glaubten einige, dass seine unkonventionelle Vorgehensweise beim Lösen dieser Aufgabe der Grund für seinen frühen Tod war.

Ebenfalls an der Hauptverkehrsstrasse zwischen Ankara und Eskişehir liegt das Dorf Ballıhisar (Pessinus), wo sich die Ruinen einer wichtigen Kultstätte der Phryger befinden. Die wichtigsten Überreste, die in diesem Freiluftmuseum neben interessanten Skulpturen und Grabsteinen besichtigt werden können, stammen von einem Tempel der Kybele, der Grossen Göttermutter, die im Mittelpunkt der kultischen Verehrung der Phryger stand. Gavurkalesi liegt 60 km von Ankara entfernt an der nach Haymana führenden Fernstrasse nahe Dereköy Hier können Sie die Überreste eines hethitischen Tempels bewundern, zu dem ein Grab sowie zwei Felsreliefs hethitischer Gottheiten gehören. Besucher der Hauptstadt haben auch die Möglichkeit, Abstecher in die Natur zu machen. Nur 25 km südlich von Ankara an der Strasse nach Konya liegt der Gölbaşı-See, der wegen seiner reizvollen Landschaft und der hervorragenden Uferrestaurants sehr beliebt ist. In Ahlatlıbel verbringen die Einwohner Ankaras gerne ihre Freizeit, beispielsweise bei einem Picknick unter Bäumen. Auch die Gegend am Karagöl-See, 68 km nördlich von Ankara, ist ideal für Picknicks. Um dorthin zu gelangen, fährt man zunächst in Richtung Flughafen und dann in Richtung Çubuk. Wanderer werden sich über die drei Waldgebiete in Ankaras Umgebung freuen. Den Beynam-Wald im Süden erreichen Sie über die Kırşehir-Fernstrasse. Die İstanbul- Fernstrasse führt nach Norden zum Kızılcahamam-Soğuksu-Nationalpark und zum Çamkoru-Wald. In diesen drei Erholungsgebieten kann man den Trubel der Stadt hinter sich lassen und sich irgendwo zu einem entspannten Picknick niederlassen. Der Berg Elmadağ, 23 km östlich von Ankara, ist von fast überall in der Stadt zu sehen. Der erste Schnee dort oben läutet die Wintersaison in diesem schönen Wintersportgebiet ein, das sich nicht nur zum Skifahren, sondern auch für andere Wintersportarten eignet. Die alte Kreisstadt Beypazarı, gebaut auf steilen Hängen und Tälern, ist mit seinem Marktplatz, seinen traditionellen Häusern und seiner natürlichen Landschaft äußerst malerisch. Die Jahrhunderte alten Beypazarı Häuser spiegeln die kennzeichnenden Eigenschaften osmanischer und traditionell türkischer Hausarchitektur wider.