Kayseri Ein 4'000 Jahre Altes Handelszentrum


Ein 4'000 Jahre Altes Handelszentrum

Im östlichen Teil von Kappadokien liegt Kayseri. In der römischen Zeit trug die Stadt den Namen Caesarea. Wie zahlreiche Siedlungen in Anatolien besitzt auch Kayseri eine lange Geschichte und ein reiches, kulturelles Erbe.

 

Der Kültepe-Hügel liegt 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist ein wichtiges Beispiel dieses Erbes, das 6'000 Jahre alt ist. Kültepe wurde im 2. Jahrtausend vor Christus zu einem Handelszentrum.

Kayseri / Kültepe Ancient City Ruin

Kayseri/ Sultanhani

Kayseri/ Doner Kumbet

Reiches Erbe

Bei Ausgrabungen kamen wichtige Artefakte aus der Bronzezeit, aus assyrischen Handelskolonien und aus der Zeit der Hethiter zutage. Zu diesen Artefakten gehören auch Keilschrift-Tafeln. Sie sind die ältesten schriftlichen Zeugnisse Anatoliens und geben einen wertvollen Einblick in diese so wenige bekannte Vergangenheit. Der Handel, der zwischen 1950 und 1850 vor Christus mit den assyrischen Handelskolonien begonnen hatte, erfolgte weiterhin über die Persische Königsstrabe, die an Kayseri vorbeiführte und im 5. Jahrhundert vor Christus Sardes und Susa verband. Unter der Herrschaft der Seldschuken wurde Kayseri zu einer der bedeutendsten Städte an der wichtigen Haupthandelsroute Seidenstrabe. Heute bewahrt Kayseri als ein wichtiges Handelsund Industriezentrum sein historisches Erbe.

Wegen seiner strategischen Lage wurde Kayseri von unterschiedlichen Ländern, die über mehrere Jahren um die Vorherrschaft kämpften, besetzt. Deshalb haben verschiedene Kulturen, die eine bedeutende Rolle in der Stadtgeschichte spielten, die kulturellen Schätze der Stadt geprägt. Dazu gehören die Hügel mit einer Tausende von Jahren alten Geschichte, von denen einige ausgegraben und zu einem Freilichtmuseum wurden, die Steinreliefs der Hethiter, die römischen Begräbnisstätten, die aus Stein gehauenen Kirchen des frühen Christentums und die Bauten im Stadtzentrum, die während der Zeit der Danischmenden, der Seldschuken und der Osmanen errichtet wurden. All das macht Kayseri zu einer Stadt, in der antikes und modernes Leben harmonieren – sie ist ein Kulturerbe, das immer einen Besuch wert ist!

Kayseri/ Erciyes Skii Center

Kayseri/ Erciyes Skii Center

Kayseri/ Erciyes Mountain

Die vorislamische Vergangenheit der Provinz Kayseri ist in ihren Bezirken und Dörfern zu sehen. Zu den am häufigsten besuchten Dörfern gehört Soğanlı im Bezirk Yeşilhisar, einem wichtigen Zentrum in Kappadokien, in dessen Umgebung sich etwa 50, in Stein gehauene Kirchen befinden. Je nach der Eigenart des lokalen Gesteins erhielten einige Kirchen architektonische Elemente wie Kuppeln, Gewölbe und Säulen. Kirchen, die zwischen dem 4. und 11. Jahrhundert entstanden, wurden mit Fresken, die die biblische Geschichten darstellen, ausgestattet. Auch wenn jede Kirche einen Besuch absolut wert ist, so sind hinsichtlich der architektonischen Besonderheiten die Kirchen von Kubbeli und Karabaş sowie diejenige der Heiligen Barbara von grosser Bedeutung.

Aber Soğanlı ist nicht der einzige Ort, wo sich in Stein gehauene Kirchen befinden. Im Dorf Erdemli, im Erdemli- Tal, im Bezirk Yeşilhisar, im Derevenk- Tal im Bezirk Talas, in Tavlasun, im Dorf Germir und in Gesi gibt es ebenfalls zahlreiche, in Stein gehauene Kirchen und Klöster, von denen einige Bilder mit biblischen Geschichten enthalten und die genauso sehenswert wie die berühmten Beispiele in Kayseri sind. Eine weitere wichtige Siedlung mit Kirchen und Klöstern aus verschiedenen Epochen befindet sich im Bezirk Ağırnas. Darüber hinaus gilt dieser Bezirk als Geburtsort von Mimar Sinan, dem königlichen Architekten, der die Meisterwerke sowohl in İstanbul und als auch in anderen wichtigen Stadtzentren erbaute und damit die Stadtansicht vieler Orte prägte. Sein Geburtshaus ist heute ein Museum in Aşağı Pınar. In derselben Gegend befindet sich auch eine unterirdische Stadt, die von den ersten Christen genutzt wurde. Die Kultstätten der unterirdischen Stadt zeigen, dass diese bis ins 13. Jahrhundert genutzt wurde.

Kayseri Bezirhan Carvansarai

Kayseri/ Turkish Ravioli

Kayseri/ Kapuzbasi Waterfall

Jedes Seldschukendenkmal spiegelt charakteristische Merkmale wider

Die bekanntesten Gebäude der Stadt Kayseri wurden unter der Herrschaft der Danischmenden, Seldschuken und Osmanen errichtet. Der Hunat-Hatun-Komplex aus dem 13. Jahrhundert, der erste Seldschuken- Komplex in Anatolien, umfasst eine Moschee, eine Medrese, ein Grab und ein öffentliches Badehaus. Jedes Gebäude bietet seine Eigenheiten, die sich für einen Besuch lohnen. Die Maurerarbeiten des gesamten Komplexes sind aussergewöhnlich. Hier können Sie erholsame Stunden verbringen, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht! Die Medrese ist heute ein Einkaufszentrum. Südlich des Komplexes befindet sich das wunderschön dekorierte Döner Kümbet aus dem Jahr 1276, ein seldschukisches Mausoleum von klassischer Einfachheit. Als eine bedeutende Stadt der Seldschuken war Kayseri ein wichtiges Lehrzentrum, und aus diesem Grund finden sich unter den bestehenden historischen Gebäuden zahlreiche Medresen. Wenn Sie sich für seldschukische Architektur interessieren, sollten Sie die Çifte-Medrese (Gıyasiye und Şifahiye) besuchen, die erste seldschukische Anatomie-Schule, die heute das

Medizinhistorische Museum Gevher Nesibe beherbergt. In der Nähe befindet sich die wundervolle Sahabiye-Medrese und nahe des Bedesten (überdachter Basar) der Stadt ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende, restaurierte Ulu-Moschee zu finden. Die nördlich der Çifte-Medrese gelegene Hacı-Kılıç- Moschee stammt aus dem Jahr 1249. Das im 19. Jahrhundert errichtete Reşit-Ağa- Herrenhaus im Viertel Cumhuriyet beherbergt das Atatürk-Museum mit persönlichen Ausstellungsstücken des Staatsgründers. Gegenüber vom Atatürk- Museum befindet sich das historische Güpgüpoğlu-Herrenhaus, das heute ein ethnografisches Museum ist. In dem im Süden von Kayseri gelegenen Develi befinden sich drei weitere wichtige Gebäude der Seldschuken: die Ulu- Moschee, das Seyid-i Şerif-Grab und das Develi-Grab. In den nahen Sultan-Sümpfen leben zahlreiche Vogelarten, die vor allem Ornithologen und Naturliebhaber anziehen. An der gleichen Strabe befindet sich auch die Sultanhanı, eine Karawanserei, die vom seldschukischen Sultan Alaeddin Keykubat im frühen 13. Jahrhundert erbaut wurde und heute ein beliebter Touristenort ist.

Kayseri

Kayseri

Kayseri

Teppichknüpfen und Kelim-Weben

Die Stadt Kayseri liegt am Fusse des erloschenen Vulkans Erciyes, wo die Skizentren im Winter exzellente Bedingungen für alpine Skifahrer bieten. Es gibt dort verschiedene gemütliche Hotels. Der Kapuzbaşı-Wasserfall liegt 176 Kilometer südlich von Kayseri und ist ein wunderschöner Ort, wo sieben Quellen aus einer Bergwand entspringen und das Wasser dann aus Höhen zwischen 30 und 70 Metern in die Tiefe stürzt.

Kayseri gehört zu den wichtigsten Teppich- und Kelim- Produktionszentren in Anatolien. Die Stadt Bünyan ist das berühmteste für Teppiche und das Dorf Yahyalı für Kelime (Webteppiche). Kelime werden in fein geknoteten Blumenmustern gewoben und stellen eine jahrhundertealte Tradition dar. In Kayseri können Sie auch vor Ort produzierte Waren kaufen.