Nemrut - Adiyaman


Nemrut - Adiyaman

 

Adiyaman als Hort kultureller Schatze, natiirlicher Schiinheiten, historisch bedeutender Ruinenstatten und mit dem geheimnisvollen Berg Nemrut, der von der UNESCO zum Welikulturerbe erklart wurde, ist einer jener Orte, die man unbedingt besucht haben sollte. Die Region von Adiyaman ist eine der Altesten bekannten menschlichen Siedlungsgebiete weltweit. Heute ist bekannt, dass die Siedlungsgeschichte von Adiyaman bis 40 000 Jahre vor die chrisdiche Zeitrechnung zuriickreicht.

Haupt des Zeus, Westterrasse

Tumulus, Karakus

Konig Antiochos

Sonnenuntergang

KULTURELLE SCHATZE

Adiyaman liegt in der lfegion Sfidostanatolien auf dna Hole von ca. 669 Meteen ober dem Meeresspiegel. Im Osten grenzt die Provinz an Diyarbakir, im Sden an anliurfa und Gaziantep, im Westen an Kahramanmaras und im Norden an die Provinz Malatya. Mit der gleidmamigen Provinzhauptst-tdt zusammen besteht die Provinz aus insgesamt 9 Landkreisen und erstreckt sich auf eine F5die von 7614 Quadratkilometern. Die Region wird gepdgt von bergigem Gelalde, das nach Sden hin abfállt. Einer der bedeutendsten Striime der T5rkci, der Euphrat, sowie mehrere kleinere und griisserc Fliisse durchkreuzen die Provinz. Ein bedeutender Teil des Atatiirk-Stausees, dessen Staudamm der sechstgr5sste der Welt ist, befindet sich innerhalb der Provinzgrenzen Adlyamans.

In Adiyaman waren im Laufe der Geschichte verschiedene Zivilisationen beheimatet und zahlreiche unterschiedliche Kulturen trugen hier ihre Friichte. Mit ihren regionalen Trachten, Volkstïnzen, Hochzeitsbfiuchen, Traditionen und der sprichwiirtlichen Gastfreundschaft der BevdIkerung sowie wertvollen Handarbeiten, wie Teppichen, Kelimen, Ilufern und Umangen, verfiigt die Region ober ein reiches Kulturgut. Die Provinz Adiyaman ist mit ihren Legenden, Volksliedern und Volkstinzen ober die Grenzen der Tiirkei hinaus bekannt. Im Rahmen der Ausstrahlung eines mehrere tausend Jahre zuriickreichenden Kulturmosaiks sind die Volkseinze von Adiyaman weltweit beriihmt; sie worden verschiedentlich ausgezeichnet.

Ruinenst:Atte Arsameia (Arsameia Von Nymphaios)

Kultstatte Nemrut (Hierothesion) Ostterrasse

Dieser historische Ort befindet sich 45 Kilometer von der Provinzhauptstadt Adiyaman und einen Kilometer vom Ort Besni entfernt. Am Onseingang befinden sich auf beiden Seiten Bauwerke (bioscheen, Badeauser und Brilden) aus osmanischer Zeit.

Ruinenstatte Alt-Besni

Die bekannte rëmische Cendere-Brëcke befindet sich zwischen den Kreisstiidten Kalua und Sincik und warde ober dein Flitsschen Cendere (Cabinas) errichtet. Sie besteht aus einem Haupt- und einem Nebenbogen. Die heute noch genutzte Brëcke warde zur Zeit des rfimischen Kaisers Septitnus Severus von der XVI. Rfimisc.hen Legion gebaut, die in Samsat ihre Garnison eingerichtet hatte.

Brocken Cendere-Brocke (Romische Brocke)

Cher eine in den Hauptfelsen gehauene Steintreppe gelangt man zuur heiligen Bereich. Hier befinden sich ca. zehn Meter holle Steinskulpturen, dic auf je einem Thron sitzen und mit dem Gcsicht in Richtung Sonnenaufgang schauen. Auf beiden Seiten sind je eine Ahnengalerie und ein Altar zu schen. Links und rechts der G6fterskulpturen befinden sich eine Uwen-und eine Adlerstatue, welche die Herrschaft der Komma.genekënige ober die Erde und den Himmel symbolisieren, v‘TIlrend der Adler auch das Symbol fr den G6ttervater Zeus darstellt. Den Thronen gegeniker befindet sich ein quadratischer Feueraltar aus Felsblëcken. Hier brachte man den Gëttern Opfer dar und zndete Feuer an. Beschtzt wird der Altar von einer Lëwenskulptur. Der Kommagenekeinig Antiochos I. war miltterlicherseits mazedonischer und vaterlicherseits persischer Abstammung. Mix dieser Anlage liess er an der hachsten Stelle seines Reichs die Stenen der versebiedcnen Gotthciten quasi als Synthese da Rcligionen seiner unterschiecllichen Wurzdn errichten; die Giitterreihe begaan mit seinem eigenen Abbild. Direk neben der Statuc des Erbauers befindet sich diejenige der Kommagene Tyche, Fruchtbarkeirsffitti n, die dem Kiinigreich ihren Namen verlieh.

Wie die Inschriften verraten, warde ihr die Versorgung aller Lebewesen zugeschrieben. Jhr riimischer Name ist Fortuna. Insbesondere unter den Hellenen nahm der Kult um Tyche stuk zu, so dass die Bedeutung andcrer atter sogar verblasste. Sic winde auch als Ghttin des Schicksals und der Vorsehung bezeichnet. Die Darstellungen von Weintrauben und Granathpfeln am Kopf der Giiuin sind Syrnbole der Fruchtbarkeit and des Wohlstands. Ausserdem sind in ihrem Schoss Frilehte zu erkennen, die ebenfalls die Fruchtbarkeit symbolisieren. Zeus Orornasdes war der Gott aller G6tter und der Gott des I4immels. Er war der Gott, der alle natildichen Michte, die mit dem Hinunel in Zusammenhang standen, in seiner Person vertinigte: Das Licht, das Dunkt], die Wolken, Stfirme sowie Blitz und Donner standen in seiner Macht. Als oberster Gott des Olymps stand sein Tiran dort. Nachdem er das K5nigszepter in Empfang genommen harte, das sein Sohn, der Gort des Feuers und der Schmiedekunst Hephaestus, angefertigt harte, herrschte er als Vater der Menschen und der G6tter. Jeder, dem er das kinigliche Zepter als Zeichen der Macht verheit, kam in den Genuss dieses Rechts. Aus diesem Grand existierte der Glaube, dass die K8rlige dem Zeus geboren und von ihm ausgebildet warden. Fik die Oberbringung der Befehle des Zeus an die Menschen war der Adler als heiliger Vogel zusthndig.

Haupt des Zeus, Westterrasse

Konig Antiochos

Konig Antiochos

Teppichknupferei aus Adiyaman

Historische Statte Auf Dem Berg Nemrut

Der historisch bedeutende Berg Nemrut mit seinem imposanten Grabtumulus liegt 87 Kilometer von der Provinzhauptstadt, 77 Kilometer vom antiken Arsameia und 53 Kilometer von der Kreisstadt Kahta entfernt. Diese weltweit einzigartige Grabstiitte mit seinen monumentalen Skulpturen befindet sich auf einem die Euphrat-Ebene iiberragenden Berggipfel der 6stlichen Taurusgebirgskette innerhalb der Gemeindegrenzen von Karadut itn Kreis Kahta. Diese auf einer Eliihe von 2206 Metern gelegene Sfitte der Begegnung der Kulturen des Orients und des Okzidents, die gemeinhin als achtes Weltwunder bezeichnete Grabanlage auf dem Berg Nemrut, wurde mit den bis zu zehn Meter hohen, geheimnisvoll wirkenden Skulpturen und den hunderte Meter langen Inschriften in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Auf dem einst fiir den Kommagenekeinig Antiochos I. errichteten Grabmal wurde mit Bruchsteinen ein Tumulus genannter Grabhiigel aufgeschichtet. Auf Plateaus rund um diesen Hiigel herum errichtete man einen Feueraltar und riesige Statuen sowie Stelen mit Inschriften im hellenisch-persischen Stil. Um das Geheimnis dieser tibergrossen Statuen zu ergninden, die seit zwei Jahrtausenden tglich Zeugen der schijnsten Sonnenaufgïnge und -unterOnge sind, ist eine Entdeckungsreise zur Kultur der Kommagene notwendig.

Die Kommagene;

Der Name Kommagene, den man bezeichnenderweise aus dem Griechischen tuit „Gemeinschaft der Gene" ubersetzen k6nnte, steht fr ein tnchtiges Kiinigreich, das Einflsse aus den Religionen, den Kulturen und den Traditionen der griechischen und der persischen Zivilisationen vereinigt. Mithradates I. Kallinikos griindete das Kommagenereich wihrend der Stammeskriege zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr., die zum Niedergang der Seleukiden fhrten, als unabhïngiges Kofinigreich. Wïhrend der Herrschaft seines Sohnes Antiochos I. Epiphanes (62 - 32 v. Chr.) gewann das Kiinigreich an Bedeutung. Auf Antiochos I. folgte Mithradates II. auf dem Thron. Historischen Quellen zufolge berdauerte das Kiinigreich Kommagene 141 Jahre, bis es der riimische Kaiser Vespasian seincm Reich als glcichnatnige r6mische Provinz einverleibte.

Der Adler, der die Himmelsherrscahft der Kommagenischen Kiinigreich symbolisiert.

Der Kommagenekbnig Antiochos I. war miitterlicherseits mazedonischer und vkerlicherseits persischer Abstammung.

Mit dieser Anlage liess er an der hëchsten Stelle seines Reichs die Statuen der verschiedenen Gottheiten quasi als Synthese der Religionen seiner unterschiedlichen Wurzeln errichten; die Gëtterreihe beginnt mit seincm eigenen Abbild.

Entdeckung Der Historischen Statten Auf Dem Berg Nemrut

Der deutsche Ingenieur Karl Sester, der in Diyarbakir bei Strassenbauarbeiten eingesetzt war, erw2inte im Jahre 1881 erstmals die Grabanlage auf dem Berg Nemrut. Er meinte, die Anlage sei assyrischen Ursprungs. Aufgrund von Sesters Informationen schickte das Kaiserliche Arcaologische Institut in Berlin eine Expedition unter der Leitung des jungen Forschers Otto Puchstein in die Region, die den Tumulus sowie die monumentalen Statuen und zaHreichen Inschriften auf den Terrassen 6stlich und westlich des Grabhgels untersuchte. Als Puchstein nach langen Studien die hellenischen Inschriften entziffern konnte, steilte er fest, dass die Statuen und die Grabanlage der Kommagene zuzuschreiben sind und vom Kommagenebnig Antiochos I. erbaut wurden. Die von Antiochos verfassten Inschriften erz5blen von der Geschichte des Berges Nemrut, sie enthalten uberdies die von ihm erlassenen Gesetze.

Andere Forscher setzten die Untersuchungen am Berg Nemrut spker fort: der deutsche Ingenieur Karl Humann, der Grlinder des Archologischen Museums von Istanbul, Osman Hamdi Bey, die US-amerikanische Arcaologin Theresa Goell (von 1953 bis in die 1980er Jahre) und der deutsche Archologe Friedrich Karl 1/5rner. 1986 fibernahm dessen Schiller Sencer Sahin die Leitung der Arbeiten. Die Ausgrabungen, mithilfe derer man die Zivilisation der Kommagene wiederentdeckte, wurden neben dem Berg Nemrut im antiken Arsameia, in Samsat und in der Euphrat-Ebene durchgefhrt. Das Museum von Adiyaman stellt die bei den Ausgrabungen in der Region entdeckten transportablen Objekte aus. Alle anderen Objekte stehen unter Denkmalschutz und sind an Ort und Stelle im Nationalpark zu bewundern.