Troja archäologische Fundstätte


Wo die Helden der Antike ihre Schlachten schlugen, wohnen heute die Ruhe und der Wein

 

Troja, die Stadt mit dem berühmten Trojanischen Pferd aus Holz, das als Geschenk getarnt war, aber den athenischen Feinden der Stadt den Zutritt zu ihr ermöglichte, kennt wohl jeder aus dem Geschichtsunterricht.

Troja kann man besichtigen. Die Provinz Çanakkale, in der Troja liegt, sollte man jedoch unbedingt kennenlernen.

Sie erstreckt sich über das europäische Thrakien bis hin nach Kleinasien und verfügt über hinreißende Strände und Gegenden mit vollkommener Ruhe und Abgeschiedenheit.

Das wird besonders deutlich auf Bozcaada, einer Insel im nördlichen Teil der türkischen Ägäis, unweit der Provinzhauptstadt Çanakkale gelegen.

Touristen, die diese faszinierende Insel als Urlaubsziel für sich entdeckt haben, leben auf historischen Bauernhöfen und vereinzelten Boutique-Hotels

Weitläufige Natur und der malerische Charme historischer Gebäude schlagen hier noch jeden in seinen Bann.

Vielfältige, einsame Strände mit sehr klarem Meerwasser laden zu allen wassernahen Tätigkeiten ein, die man sich vorstellen kann: Wandern, Angeln, Segeln, Tauchen oder Schwimmen.

Die Einwohner Bozcaadas leben hauptsächlich vom Weinbau. Und der ist hier so alt wie die Geschichte der Insel selbst: 3000 Jahre. Man sieht es der Insel an.

Weinreben ranken sich durch die antiken Gassen der Stadt und allenthalben kann man besten Wein und frischen Fisch genießen. Überall stößt man auf Weinberge und Weinkeller, wo auch direkt verkostet werden kann.

Zwar, die Rebsorten Çavuş Üzümü oder Karakiz werden dem Riesling- und Burgundergewöhnten Mitteleuropäer wenig sagen, jedoch, genossen zur Spezialspeise der Insel Zeytinyağlı Yaprak Dolmasi, gefüllten Weinblättern mit Olivenöl, wird man sich wie die Helden der Ägäis fühlen können. Und wer es süß mag, probiert die berühmten Damla Sakızlı Kurabiye, Gebäck mit Mastix.

Deren Wirkungsstätten lassen sich an der Stelle, an der Heinrich Schliemann im 19. Jahrhundert mit der Ausgrabung Trojas begann, besichtigen. Noch heute erinnert am Eingang des Nationalparks Troja ein hölzernes Pferd an das Epos Ilias von Homer, in dem der Trojanische Krieg beschrieben wurde. Auf einem beschilderten Rundgang kann man von hier aus die neun Siedlungsschichten der antiken Stadt besichtigen und seine Kenntnisse über Helena und Paris, Agamemnon und Artemis, Achilleus und Hektor auffrischen. Schliemanns Fund des trojanischen Goldes, bekannt als Der Schatz des Priamos, befindet sich heute in Russland.

Aber nicht nur antike Helden begegnen uns in Çanakkale, auch Göttinnen wohnten in der Gegend. So wurde zum Beispiel der dorische Tempel der Athena in Assos, einer Stadt im Südwesten der Provinz Çanakkale, um 530 bis 520 v.u.Z. errichtet. Einige der Säulen dieses Tempels wurden im Rahmen der archäologischen Forschungen teilweise wieder aufgestellt. Der Athenatempel ist der einzige bekannte archaische Tempel dorischer Ordnung in Kleinasien. Auch die Halbinsel Gallipolli war Schauplatz historischer Ereignisse und großer Schlachten, an die heute ein großes Freiluftmuseum erinnert.